Der Name ist geblieben, doch das Auto ist nicht wieder zu erkennen.
Seit Anfang der 1990er-Jahre fuhr der Micra das Kindchenschema, erfreute mit Babyface-Rundungen, Lächel-Grill und Kulleraugen-Scheinwerfern die vorwiegend weibliche Kundschaft.
Bei der fünften Generation des Kleinwagen- Klassikers, wechselt Nissan die Strategie. Um volle siebzehn Zentimeter auf 3,99 Meter gewachsen. Auch steht er gegenüber dem Vorgänger acht Zentimeter breiter und sechs Zentimeter flacher auf der Straße. Und statt niedlicher Rundungen prägen nun scharfe Kanten und Linien die Karosserie. Vor allem die Front fällt auf, mit kräftig konturierter Haube, die nach vorne in den V-förmigen Grill abfließt und von spitzwinkligen, in die Kotflügel integrierten Scheinwerfern flankiert wird.
Zehn verschiedene Lackierungen bringen Farbe ins Spiel. Dazu noch vier Styling-Pakete mit kontrastierenden Farbtönen für Spiegelkappen, Seitenschweller, Front- und Heckstoßfänger sowie Akzent-, Teil- und Vollfolierungen für Haube, Dach und Flanken – schon ergeben sich über 100 verschiedene Möglichkeiten, mit denen jeder seinen individuellen Micra gestalten kann.
Die bunte Vielfalt setzt sich im Innenraum fort. Auch Instrumententräger, Sitze und Verkleidungen lassen sich je nach Ausstattung mit Interieurpaketen farblich aufpeppen. Das Cockpit gefällt mit einem handlichen, unten abgeflachten Lenkrad sowie kompakt und übersichtlich geordneten Instrumenten. Ab der mittleren Ausstattung Acenta zeigt ein fünf Zoll großes TFT-Display im Kombiinstrument per Tastendruck Bordinfos, über ein Sieben-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole lassen sich Klima- und Audioanlage sowie Navigation und Smartphone steuern.
Der auf europäische Verhältnisse zugeschnittene Micra macht ordentlich Platz. Man hat am Lenkrad nie das Gefühl, in einem Kleinwagen zu sitzen und auch auf den Fondplätzen dürfen sich wenigstens zwei Erwachsene
über reichlich Schulter- und Kniefreiheit freuen. Dazu kommt ein 300 Liter großer Kofferraum, der durch Umlegen der Rücksitzlehnen wenn auch nicht ganz eben, auf 1 004 Liter verdreifacht werden kann.
Mehr noch als die neue Größe des kleinen Japaners aber erstaunt die technische Ausstattung, die er von seinen großen Brüdern Qashqai und Juke erbt. So fährt der Micra als erster Kleinwagen mit einem Around-View-Monitor, der den Wagen in 360-Grad-Rundumsicht aus der Vogelperspektive zeigt. Und auch der korrigierende Bremseingriff beim unbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur ist so bislang nur in höheren Klassen zu haben.
Überhaupt kann sich die Sicherheitsausstattung sehen lassen. Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Systemen wie ESP, ABS und Reifendruckkontrolle gehören sechs Airbags, ein Notbremsassistent mit
Kollisionswarner, eine Berganfahrhilfe, automatisches Fahrlicht und Warnblinker bei Notbremsungen immer zur Serie. In höheren Ausstattungen oder optional gesellen sich neben den bereits genannten ein Totwinkelund
Fernlichtassistent, Notbremssystem mit Fußgängererkennung, Rückfahrkamera inklusive Parksensoren sowie eine Verkehrszeichenerkennung.
Angesichts so viel neuer Technik wundert es schon fast, dass Nissan bei den Motoren nur auf Bewährtes zurückgreift. Zum Marktstart stehen gerade mal ein Dreizylinder-Benziner mit 898 ccm Hubraum sowie ein Vierzylinderdiesel mit 1,5 Liter Hubraum bereit. Beide Motoren stammen von Renault, leisten 90 PS und sind nur mit einem Fünfgang- Schaltgetriebe gekoppelt. Wobei der 1.5 dCi-Diesel mit seinen 220 Nm Drehmoment ab 2000 Touren noch den kräftigsten und stimmigsten Eindruck hinterlässt. Der Nissan Micra ist ab 13.825 Euro zu haben.